Aktuell

Die Gemeinde Rümmingen hat zu einer Bürgerinformation zum Bebauungsplanverfahren Mattental eingeladen. Sie findet am Montag, den 25. Juni 2018, ab 19:00 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus, Dorfstr.4, Rümmingen, statt.

Die Gemeinde habe die Planungen im Mattental angepasst. An diesem Infoabend sollen die geänderten Pläne sowie die Ergebnisse diverser Untersuchungen vorgestellt sowie über die nächsten Verfahrensschritte informiert werden.

Geladen ist alle Bürgerinnen und Bürger.

Was ist passiert?

Am 08.05.2017 gab Bürger­meisterin Meier erst­mals öffent­lich bekannt, dass der Reiter­hof Ludäscher an der Wittlinger Straße in Rümmingen abgerissen, im Mattental neu gebaut und gleich­zeitig von 55 auf 100 Pferde fast ver­doppelt werden soll. Der Bebauungsplan wurde offengelegt und jede interessierte Person konnte ihn einsehen und Anregungen und Bedenken abgeben.

Mittlwerweile ist ein Jahr verstrichen und das Thema wird wieder aktuell. In den letzten beiden Gemeinde­rats­sitzungen, zuletzt am 07. Mai 2018, wurde das Thema im nicht-öffentlichen Teil besprochen und es ist damit zu rechnen, dass es bald auf der Tagesordnung einer öffentlichen Sitzung stehen wird.

Was genau geschehen wird, weiß man nach einer nicht-öffentlichen Sitzung naturgemäß nicht, aber ein Szenario ist sehr wahrscheinlich:
Die Gemeindeverwaltung hat einen neuen Bebauungsplanentwurf erstellen lassen, der wieder offengelegt wird, weil im ersten Bebauungsplan nicht alle nötigen Stellungnahmen und Gutachten vorgelegen hatten. Danach kann wieder jeder Bürger Einsicht nehmen und Anregungen und Bedenken bei der Gemeinde einlegen.
Ob und wie die Bürger informiert werden, ob es eine Büger­versammlung geben wird oder dies in der Gemeinde­rats­sitzung geschieht oder trotz der Brisanz des Thema ganz darauf verzichtet wird, wird man sehen müssen.
Ebensowenig ist bekannt, wann die Anregungen und Bedenken der Bürger beantwortet werden. Wir meinen, das dies in einem fairen Verfahren geschehen müsste, bevor ein neuer Entwurf vorgelegt wird, weil sonst die Bürger nicht verstehen, was und warum beibehalten, geändert oder nicht berücksichtigt wurde, und wieder jedes Detail prüfen und kommentieren müssten. Auch für die Gemeindeverwaltung wäre es sicher weniger Aufwand, wenn die gleichen Einwände nicht zweimal bearbeiten müssten.

Auch hinsichtlich der 'Verbesserungen' im neuen Bebauungsplan kann man im Moment nur spekulieren. Sicher darf man annehmen, dass die extremsten Auswüchse des ersten Entwurfes abgeschwächt werden, zum Beispiel die Höhe der Reithalle oder die Nähe der Misthalle zur Wohnbebauung. Diese Elemente waren ja so provozierend, dass sie von Anfang an nur als eingeplante Verhandlungsmasse einen Sinn ergaben.

Ob man hofft, dass allein dieses 'Entgegenkommen' als Kompromiss akzeptiert wird, oder ob es wirkliche Verbesserungen hinsichtlich Wasserschutz, Immissionen für die Anwohner usw. geben, bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass das Grundwasser und die Anwohner viel weniger von einem Miststall geschädigt werden als von den Pferdeausscheidungen, die sich auf mehrere Hektar verteilen und die niemand einsammeln kann.

Fotomontage des Bebauungsplanes im Mattental
In dieser Fotomontage sehen Sie, wie sich das Gesicht von Rümmingen durch die geplante Bebauung im Matten­tal verändern könnte. Grund­lage ist der im Juni 2017 im Rat­haus offen­liegende Entwurf des Bebauungs­planes.

Bisherige Argumente

Im vergangenen Jahr wurden viele Argumente vorgebracht, die man hinterfragen sollte, bevor man sie richtig einordnen kann. Hier einige Anregungen, aber letztendlich müssen Sie selbst denken:

Die Wohnbebauung ist an den Reitstall herangerückt und nimmt ihm jetzt den Platz zur Entwicklung
So einfach ist die Sache nicht, wie die älteren Rümminger wissen, denn als der Reitstall gebaut wurde, standen daneben schon ältere Häuser. Der Ursprung der Konflikte geht also - wenn überhaupt - nicht von der Wohnbebauung aus, sondern vom Reitstall.
Es wird nie so gebaut werden, wie es die Bügerinitiative Mattental darstellt
Grundsätzlich ist das erfreulich, nährt aber auch den Verdacht, dass hier Verhandlungsmasse eingeplant war, von der man eine Menge nachgeben kann und immer noch bekommt, was man ursprünglich wollte.
Fakt ist, dass das obige Bild nach dem ersten Bebauungsplanentwurf entstanden ist, und nach aller Erfahrung niemand annehmen konnte, dass im Mattental weniger gebaut wird als genehmigt. Fakt ist auch, dass bisher niemand der Richtigkeit der Darstellung widersprochen hat. Sehr falsch kann sie also nicht sein.
Der Antragsteller ist privilegierter Landwirt und darf deshalb sowieso bauen
Das Privileg eines Landwirtes besteht darin, dass er auch im Außenbereich eines Ortes bauen darf. Aber es ist doch stark zu bezweifeln, ob er alles und überall bauen darf, insbesondere wenn diese Bebauung nicht mit Landwirtschaft zusammenhängt und andere Rechte tangiert, z.B. Anwohner oder Grundwasser. Und wenn es so wäre, warum dann der Bebauungsplan?
Dabei spielt das Landwirtschaftsprivileg gar keine Rolle, wenn ein Bebauungsplan vorhanden ist, denn in dessen Rahmen darf jeder Investor bauen.
Warum argumentiert man mit etwas, das keine Rolle spielt? Hat man keine guten Argumente? Oder soll etwas anderes vernebelt werden?

 

Bisherige Eingaben und Veröffentlichungen

Eingaben zur 1. Offenlegung

 

Was können sie tun?

  • Sprechen Sie mit Freunden, Bekannten und Nachbarn über den Bebauungsplan.
  • Sprechen Sie auch die Bürgermeisterin und die Gemeinderatsmitglieder an, wenn Sie Fragen haben oder Ihre Meinung beitragen wollen.
  • Besuchen Sie die Gemeinderatssitzungen, insbesondere wenn es um den Bebauungsplan geht, und informieren sich dort oder nehmen an der Diskussion teil. Termine und Tagesordnung der Gemeinderatssitzungen werden im Gemeindeblatt und per Aushang am Rathaus veröffentlicht.
  • Wenn Sie sich an der Initiative Rettet das Mattental (siehe unten) und ihrem Rechts­beistand anschließen wollen, sprechen Sie bitte einen der unten genannten Teil­nehmer der Initiative an oder schicken Sie uns ein Email an die Adresse Initiative@Mattental.de.

 

Befürchtungen im Einzelnen

Einige Eck­punkte des Entwurfes vom 08.05.2017 sind:

  • Eine 16 m hohe Reithalle mit Gastronomie und Über­nachtungs­möglichkeiten
  • Zusätzlich ein Hotel
  • Stallungen, Wirtschafts­gebäude, Mist- und Lager­hallen für insgesamt 100 Pferde
  • Eingriffe in Hoch­wasser- und Land­schafts­schutz­gebiete
  • Aufhebung eines Wasser­schutz­gebietes zugunsten der Pferde­haltung
  • Neubau eines Reiterhofes unmittelbar neben bestehende Wohngebiete, zudem in Hauptwindrichtung
Massive Bebauung und Zerstörung des Matten­tales, eines der schön­sten Nah­erholungs­gebiete und einer Visiten­karte Rümmingens
Es soll eine riesige Reit­halle mit 16m Höhe entstehen, 3 Ställe, 2 Longier­hallen und 3 Wirt­schafts­gebäude mit einer über­bauten Fläche von ins­gesamt über einem halben Hektar (Gebäude ohne Hotel). Die da­zwischen liegen­den Flächen dürfen bis zu 50% ver­siegelt werden und der Matten­talweg wird Lkw-tauglich aus­gebaut. Zusätz­lich ist ein Hotel geplant.
Es sind ja nicht nur die massiven Bauten und die ein­gezäunten Matten. Wer die nack­ten Böden kennt, auf denen der Reiter­hof Ludäscher Pferde hält, kann sich vorstellen, wie die Wiesen zwischen Bahnlinie und Kander aus­sehen werden, wenn bald noch mehr Pferde auf noch weniger freier Fläache stehen werden: Hässlich.
Weitere Infor­mationen:
Bild: Badische Zeitung vom 10.05.2017: Zeigt, wie die Böden aussehen, auf denen der Reiterhof Ludäscher Pferde hält.
Zitat: Ent­wicklungs­konzept "Rümmingen 2025" vom 25.07.2011 (Beschluss des da­maligen Gemeinde­rats): »Die Rümminger Bürger schätzen besonders, dass ihr Ort ... ein land­schaftlich schönes Umfeld hat.«.
Verbaut Rümmingen seine Zukunft?
Das Agglomerationsprogramm Basel 3. Generation (AP3) ist in Rümmingen vor allem bekannt durch das Pro­jekt einer S-Bahn von Basel bis Kandern. Mit einer S-Bahn-Haltestelle würde Rümmingen deutlich aufgewertet werden, der Straßenverkehr im Ort sinken und die Lebensqualität für alle Bürger steigen, ebenso der Wert von Wohneigentum. Voraussetzung ist aber, dass sich im Radius von 1'000 m um eine mögliche Haltestelle genügend Siedlungsfläche befindet (für Menschen, nicht für Pferde!).
Rümmingen riskiert diese große Chance, wenn es ca. 4 ha in un­mittel­barer Nähe zum Bahnhof mit einem Reiter­hof verbaut. Viel­leicht setzt Rümmingen sogar das ganze Pro­jekt S-Bahn im Kander­tal auf's Spiel.
Auch wenn die S-Bahn im Kandertal noch Zukunftsmusik ist: Rümmingen sollte sich jetzt ent­scheiden, in welche Richtung es sich ent­wickeln will, und dann voraus­schauend planen. Das Ent­wicklungs­konzept "Rümmingen 2025" war ein Schritt in die rich­tige Rich­tung, aber noch nicht aus­reichend, weil dort nicht steht, ob Rümmingen sich in Richtung Wohn­qualität ent­wickeln möchte oder Gewerbeansiedlung plant oder zum Reiter­paradies werden will.
Eines ist sicher: Ein Bau­gebiet da, ein Reiter­hof dort, wie gerade jemand mit Euros winkt, ver­spricht lang­fristig kein schönes Ende für Rümmingen.
Weitere Informationen:
Agglo­merations­pro­gramme werden in der Schweiz für die großen Metropolen auf­gestellt, damit deren Ent­wicklung und die des Umlandes mit Über­blick geplant wird. Wie in der Schweiz üblich werden solche Programme nicht von oben diktiert, sondern von allen Beteilig­ten, also auch den deut­schen und französ­ischen, im Konsens festgelegt. Dazu gehören Förder­gelder des schweizer­ischen Bundes auch für beteiligte Regionen im Ausland.
Link: Homepage des Agglo­merations­programm Basel
Link: Der Korridor Oberrhein / Kandertal im Agglo­merations­programm Basel
Link: Dokumente und Berichte des Agglo­merations­programmes Basel 3.Generation sind Musterbeispiele für vorausschauende Planung
Download: Korridorbericht Oberrhein Agglo 3 ist für Rümmingen und das ganze Kandertal maßgebend.
Link: Ent­wicklungs­konzept "Rümmingen 2025" vom 25.07.2011
Link: Ein Meilenstein für den Westen der Stadt im Oberbadischen Volksblatt vom 11.11.2017 berichtet von einer Förderung in Höhe von 250'000 sfr durch den Pendlerfonds Basel.
Un­durch­sichtiges Konzept des Reiter­hofes
Die große Reit­halle lohnt sich nur für große Sport­ver­anstal­tungen. Die geplanten Offen­ställe dagegen sind laut er­fahrenen Reitern für Sport­pferde nicht geeig­net, weil diese wegen ihres Wertes und ihres Charak­ters einzeln und ab­schließ­bar unter­gebracht werden sollen. Zudem fällt auf, dass andere anspruchs­volle Reiter­höfe in der Region über wesent­lich mehr Auslauf­flächen ver­fügen und zusätz­lich über Flächen, auf denen sie ihr Futter selbst erzeugen können. Mit Hobby­pferden und Kinder­frei­zeiten wird es dagegen schwierig sein, die großen Anlagen zu finanzieren.
Bei allen kon­kreten Problemen muss auch die Frage erlaubt sein, was mit dem Reiter­hof geschehen wird, wenn Ludäscher senior in den ver­dienten Ruhe­stand geht. Bekommen wir dann einen Investor nach Rümmingen, der keinen Bezug mehr zum Dorf hat?
Landwirtschaftsprivileg ??
.. wird nachgereicht ..
Weitere Informationen

Präsentation des Landratsamtes Heilbronn vom 18.01.2013: Informations­veranstaltung für private und land­wirt­schaft­liche Pferde­halter (ver­öffent­licht auf Info­dienst - Ernährung - Länd­licher Raum Baden-Württem­berg): "Bauen im Außen­bereich ist im Zusammen­hang mit einer land­wirtschaft­lichen Pferdehaltung nur zulässig, wenn (u.a.):
- das konkrete Vorhaben einem land- oder forst­wirtschaft­lichen Betrieb dient
- öffent­liche Belange nicht ent­gegen­stehen (z.B. Natur­schutz­gebiete, Immissions­schutz­probleme)
Was ist eine land­wirt­schaft­liche Pferde­haltung?
- ...
- über­wiegend eigene Futter­grund­lage gegeben (0,5 ha/Pferd)
- Vor­handen­sein eines land­wirt­schaft­lichen Betriebes
"
Was davon ist beim Reiterhof Ludäscher erfüllt?
Download: Betrachtung der Einwirkungen von Emissionen (Geruch, Staub) durch den Reiterhof Ludäscher von Thomas Szamro

Bericht: Badische Zeitung vom 12.10.2012 Reiterhof nimmt Hürde über einen Reiter­hof zwischen Eichsel und Adel­hausen: "Die Privilegierung gilt im All­gemeinen als nach­gewiesen, wenn ein Land­wirt seinen Tier­bestand durch eine eigene Futter­grund­lage versorgen kann. .. das Land­wirt­schafts­amt Lörrach (hat) klar­gestellt: Der Betrieb mit .. 70 Pferden bearbeitet .. eine .. aus­reichend große Fläche, dass es ihm ge­stattet werden kann, auch im Außen­bereich zu erweitern. Not­wendig wären .. 24,5 Hektar .."
24,5 Hektar für 70 Pferde entspricht 0,35 ha pro Pferd. Der Reiter­hof Ludäscher müsste für 100 Pferde also über 35 ha Anbau­fläche für Futter ver­fügen, um als Landwirt privilegiert im Außen­bereich bauen zu zu dürfen.
Ein Hektar (ha) hat übrigens 100x100 m² oder 10'000 m², 35 ha entsprechen ziemlich genau 50 Fußballfeldern in Länderspielgröße.

Beachten Sie bitte, dass der Ort­schaft­srat von Eichsel der Er­weiterung des Pferde­hofes nicht zu­stimmen wollte, obwohl kein Hoch­wasser­schutz­gebiet, keine Anwohner und kein Trink­wasser­schutz­gebiet betroffen waren und die Vor­aus­setzung für das Land­wirt­schafts­privileg ein­deutig gegeben war.
Konflikte zwischen Anwohnern und dem neuen Freizeitpark
Städte­bauliche Spannungen, also Probleme zwischen dem bestehenden Reiter­hof und den An­wohnern, werden zwar als Grund für den Bebau­ungs­plan genannt. Tatsächlich werden sie nicht behoben, sondern nur ver­schoben und durch die neue Größe und Lage ver­schärft.
Die Bewohner um den bestehenden Reitstall wären nach (nicht während!) einem Abriss vielleicht entlastet, aber die Bewohner östlich der Bahnlinie durch die Vergrößerung genau in Windrichtung erheblich stärker belastet mit allen Emissionen wie Staub, Geruch, Lärm usw. Die Bewohner an der Schall­bacher Straße werden zwischen Gewerbe­gebiet und Reiter­hof ein­geklemmt und können sich aus­rechnen, wann sie endgültig zugebaut sind. Die geplante Gastronomie, eine turnier­taugliche Reit­halle mit Über­nachtungs­möglich­keiten, ein zusätz­liches Hotel und 60 neue Park­plätze bedeuten eine Stei­gerung des inner­örtlichen Ver­kehrs, ver­mutlich meist in Richtung Süden.
Der Bebauungs­plan nennt für den neuen Reiter­hof Ver­anstal­tungen, ohne genau zu sagen, welcher Art diese sein sollen. Die ge­plan­ten Anlagen, die sich ja rechnen müssen, lassen be­fürchten, dass es sich um viele und große Veranstal­tungen wie über­regionale Reit­turniere handeln wird. Das bedeutet viel Verkehr, Lärm und sonstige Behin­derungen für das Dorf.
Die Zufahrt zum Reiter­hof und viele Park­plätze werden am TSV-Heim liegen, direkt neben dem Bolz­platz.
Eingriffe in Hoch­wasser- und Land­schafts­schutz­gebiete
Gebaut wird teil­weise in einem Hoch­wasser­schutz­gebiet, das der Kander Über­flutungs­flächen bietet. Zum Aus­gleich soll eine Grube im Land­schafts­schutz­gebiet neben der Kander aus­gehoben werden, die neben dem Hoch­wasser auch noch das Regen­wasser von dem halben Hektar Dächer des neuen Reiter­hofes auf­nehmen soll. Bleibt zu hoffen, dass die Grube nicht schon vor dem Hoch­wasser voll ist. Die groß­flächige Ver­siegelung des Bodens kann sie sowieso nicht aus­gleichen.
Die Ausgleichs­grube soll 1500m² groß sein und 1500m³ Wasser fassen, muss also durch­schnitt­lich 1m tief sein. Sie liegt direkt neben der Kander, wird stehendes Wasser enthalten und ein Paradies für Mücken sein. Und je nach Tiefe des Wassers kann man seine Kinder dort nicht un­beauf­sichtigt lassen.
Die Grund­stücks­frage für die Aus­gleichs­grube ist übrigens noch nicht geklärt.
Ob der schon beste­hende Reit­platz, der in der Über­flutungs­fläche auf­geschüttet wurde, in der Aus­gleichs­maß­nahme ein­gerechnet ist, müsste geprüft werden.
Im Zeitalter von Klima­erwärmung und Extrem­wetter­ereig­nissen sollte man damit rechnen, dass das Hoch­wasser doch etwas höher steigt. Und viel höher braucht es im flachen Matten­tal nicht, dann wird der ganze Mist zu den Häusern an der Schall­bacher Straße, zu den Tennis­plätzen und ins Gewerbe­gebiet ge­schwemmt. Wer wird die Schäden bezahlen?
Zur Erinnerung
1978 ist die Kander in Binzen bis auf die Haupt­straße ge­stiegen: Bilder vom Hochwasser in Binzen
2002 wurde nach einem Stark­regen über Rümmingen die ganze Lörracher Straße mit großen Mengen Geröll überschwemmt.
Das Mattental war in diesen Beispielen zwar nicht betroffen, aber sie zeigen, dass Wasser vor allem un­berechen­bar ist.
Beeinträchtigung der Tier- und Pflanzenwelt
Bloßer Boden ist nicht nur häßlich, sondern auch für die Tier- und Pflanzen­welt ver­loren. Welchen Sinn macht ein Biotop, das die Aus­gleichs­grube auch sein soll, wenn sie in einer solchen Ödnis liegt? Sollen die Kröten ihre Nahrung im schutz­losen Gelände zwischen Pferde­hufen suchen? Und was passiert mit der Erde ohne Gras­narbe, wenn die Kander über das niedrig gelegene Gelände steigt?
Weitere Verschlechterung des Trinkwassers in Rümmingen
Im Mattental-Brunnen werden 25,2 mg/l Nitrat gemessen, damit liegt er dritt­schlech­tester Stelle der 20 Brunnen im Wasser­verband Süd­liches Mark­gräfler­land.
Zur Ein­schätzung der Zahlen muss man wissen, dass der deutsche Grenz­wert für Nitrat im Trink­wasser von 50 mg/l relativ hoch ist. In der Schweiz (Grenzwert: 25 mg/l) läge das Mattental­wasser schon jetzt über dem Grenzwert und in den USA (Grenzwert: 10 mg/l) erst recht. Das Umwelt­bundes­amt nennt Werte zwischen 10 bis 50 mg/l deut­lich bis stark belastet.
Und obwohl der Mattental-Brunnen bereits als Problem­fall eingestuft ist, will Rümmingen zu­lassen, dass das Trink­wasser­schutz­gebiet direkt neben diesem Brunnen ver­kleinert zugunsten von Viehhaltung? Damit der Mist von 100 Pferden das Grund­wasser weiter belasten kann? Das sollte uns jemand erklären..
Bürger­meisterin Daniela Meier ist übrigens Mit­glied im Verwaltungs­rat des zuständigen Wasser­verbandes.
Weitere Informa­tionen:
Zusammenfassung: Nitratwerte in den Gemeinden des südlichen Markgräflerlandes
Berichte: Badische Zeitung vom 12.06.2017 und Oberbadisches Volksblatt vom 12.06.2017: Vorsorge ist billiger als Reparatur
Bericht: Spiegel Online vom 07.11.2016: EU reicht Nitrat-Klage gegen Deutsch­land ein, weil Deutschland zu wenig gegen die Nitrat­belastung tut.
Berichte: DIE ZEIT vom 10.06.2017; Tages­schau vom 10.06.2017: Trink­wasser könnte um bis zu 45 Prozent teurer werden, warnt das Umwelt­bundesamt. WDR vom 19.01.2017: Stei­gende Wasser­preise durch Nitrat­verschmutzung?
Bericht: WDR vom 03.01.2017: Wie Nitrat Mensch und Umwelt belastet
Bericht: Umweltbundesamt vom 18.03.2015 über Nähr- und Schadstoffe im Grundwasser
Bericht: Bundes­forschungs­anstalt für Land­wirt­schaft von 2004: Versuchs­anlage für Pferde­haltung in Braun­schweig reißt auch die Problematik der Nitratbelastung an, besonders wenn viele Pferde auf kleiner Fläche untergebracht sind.
Bericht: Badische Zeitung vom 21.10.2008: Kurz­weilige Lehr­schau über das Trink­wasser berichtet über die Pläne zur Erweiterung des Trink­wasser­schutz­gebietes um den Brunnen im Matten­tal.
Zahlen:
Einstufung: Landes­anstalt für Umwelt, Messungen und Natur­schutz Deklarato­rische Liste der Problem- und Sanierungs­gebiete 2017: Das Wasser in Rümmingen (Wasser­schutz­gebiet 336021 Wasser­verband Süd­liches Mark­gräfler­land) ist jetzt schon als problematisch eingestuft und liefert die schlechteste Wasser­qualität im Wasser­verband nach Efringen-Kirchen.
Zahlen: Wasser­verband Süd­liches Mark­gräfler­land. Unter Daten und Fakten - Wasseranalysen finden Sie Analyse des Brunnen im Matten­tal (Rümmingen-Nieder­zone) vom 14.05.2016. Bei Daten und Fakten - Grund­daten finden Sie die Mit­glieder des Verwaltungs­rates des Wasserverbandes.
Nutzen für Rümmingen?
Wenn eine Gemeinde einen Bebauungs­plan beschließt, der so viel Konflikt­potential enthält, sollte man doch meinen, dass die Gemeinde selbst etwas davon hat. Sechs Wohn­einheiten, ein paar Euro Gewerbe­steuer und ein paar Arbeits­plätze für Stall­knechte wird es vielleicht geben, aber in welchem Verhältnis steht dies zu den Konflikten und dem immensen Flächen­verbrauch in Rümmingen?

Alle anderen Reiter­höfe in der Region liegen weit außer­halb bewohnter Gebiete und das aus gutem Grund. Deshalb sind wir nicht gegen eine Ver­größerung des Reiter­hofes, aber bitte keinen Neubau neben bestehenden Wohn­häusern, nicht in einem Hoch­wasser- und Land­schafts­schutz­gebiet und nicht in einem (Trink-)Wasser­schutz­gebiet. Notfalls muss der Reiter­hof eben weiter weg ziehen wie andere Betriebe auch, die ihre Produktions­mittel ver­doppeln wollen.

 

Was ist schon geschehen?

  • 07.05.2018 - Das Thema Mattental wurde im nichtöffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung behandelt.
  • 30.06.2017 - Die erste Offenlegungsfrist und damit die erste Möglichkeit, Anregungen und bedenken an die Gemeindeverwaltung abzugeben, ist abgelaufen. Die Gemeindeverwaltung muss die Anregungen und Bedenken jetzt bewerten, ggfs. Änderungen vornehmen und beantworten.
  • 27.06.2017 - Artikel zur Meinung des Wittlinger Gemeinderates zum Bebauungsplan im Mattental. Wittlingen befürchtet Konfliktpotenzial durch stärken Reitverkehr auf seiner Gemarkung, ärgert sich über das Reiten in der Kander und fragt, woher der Reiterhof Ludäscher die notwendigen Flächen für die landwirtschaftliche Privilegierung hernehmen will.
      Artikel: Oberbadisches Volksblatt vom 27.06.2017: Wittlingen meldet sich zu Wort
      Artikel: Badische Zeitung vom 27.06.2017: Mattental-Initiative zieht Kreise
      Download: 12 Gebote für das Reiten im Gelände (02/2017) der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Punkt 7: Reite nur auf Wegen und Straßen, niemals querbeet und meide ausgewiesene Fuß-, Wander- und Radwege, Uferböschungen und Biotope!
      Werbung des Reiterhofes Ludäscher (Stand 27.06.2017): Bild "Wasser", Bild "Bachritt", Text: Bei entsprechendem Wetter gehen wir mit den Ponys und Pferden in den nahen Kanderbach zum Baden.
  • 23.-25.06.2017 - Das ganze Dorf Rümmingen feiert das 1250-jährige Jubiläum in einem wunderschönen Fest. Wir danken allen, die dies möglich gemacht haben!
  • 21.06.2017 - Berichte zur Initiative "Rettet das Mattental"
      Bericht: Badische Zeitung vom 21.06.2017: Initiative Mattental macht mobil
      Bericht: Oberbadisches Volksblatt vom 22.06.2017: Bürger wollen Einfluss nehmen
  • 20.06.2017 - Leserbriefe zum Thema Offene Frage: Was hat Rümmingen davon?
      Leserbrief: Oberbadisches Volksblatt vom 20.06.2017: Städtebauliche Spannungen von einer Ecke in die andere
  • 17.06.2017 - Informationsblatt "Rettet-das-Mattental" wurde an die Haushalte in Rümmingen verteilt.
    Wir danken allen Helfern!!
  • 15.06.2017 - Transparente Richtung Mattental aufgehängt
  • 13.06.2017 - Leser­briefe zum Thema Schutzgüter in Rümmingen
      Leserbrief: Ober­badisches Volks­blatt vom 13.06.2017: Schutzgüter werden beiseite gedrängt
      Leserbrief: Badische Zeitung vom 17.06.2017: Rümminger Mattental - Spielraum für Clevere?
  • 12.06.2017 - Die Initiative Rettet das Matten­tal trifft sich zum zweiten Mal mit ihrem Rechtsbeistand und berät die weitere Vorgehensweise.
  • 07.06.2017: Leser­briefe zum Thema Hoch­wasser­schutz in Rümmingen
      Leserbrief: Ober­badisches Volks­blatt vom 07.06.2017: Statistik schützt nicht vor Hoch­wasser
      Leserbrief: Badische Zeitung vom 10.06.2017: Wasser ist vor allem unberechenbar
  • 07.06.2017 - Die Initiative Rettet das Matten­tal be­sichtigt einen Reiter­hof in der Region, um sich über die An­for­derungen moderner Pferde­haltung zu informieren. Die Gemeinde­verwaltung war eingeladen, hat aber aus Befangen­heits­gründen abgelehnt. Auf­fallend war, dass der besuchte Reiter­hof über wesent­lich mehr Aus­lauf­fläche für weniger Pferde und zusätz­lich über aus­reichend Anbau­fläche ver­fügt, um das Futter für die eigenen Pferde anbauen zu können. Dies ist übrigens Vor­aus­setzung dafür, dass ein Reiter­hof die Privi­legien eines Land­wirts in Anspruch nehmen darf.
  • 31.05.2017 - Leser­briefe zum Thema Trinkwasser­schutz in Rümmingen
      Leserbrief: Ober­badisches Volks­blatt vom 31.05.2017: Ein bitterer Kelch für alle
      Leserbrief: Badische Zeitung vom 01.06.2017: Mattental ver­liert seine Identität
  • 23.05.2017 - Interessierte Bürger Rümmingens lassen sich durch Rechts­anwalt J. Foege, Weil beraten und beauf­tragen ihn mit der Wahr­nehmung ihrer Interessen.
  • 16.05.2017 - Im Mitteilungsblatt wurde die Offenlegung des Bebauungs­planes bis zum 30. Juni 2017 offiziell ver­kündet. Damit ist jede Person berechtigt, den Bebauungs­plan auf dem Rathaus zu den üblichen Öffnungs­zeiten ein­zusehen und bis zum 30. Juni 2017 Anregungen und Bedenken aller Art bei der Gemeinde einzureichen.
  • 08.05.2017 - Rümmingens Bürger­meisterin Daniela Meier präsentiert in einer Gemeinde­rats­sitzung erst­mals öffent­lich den Entwurf, der eine massive Bebauung des Matten­tales vorsieht. Der Gemeinde­rat beschließt die Offenlegung des Bebauungs­planes mit 4 zu 2 Stimmen bei einer Ent­haltung, zwei befangenen und deshalb nicht abstimmungs­berechtigten Gemeinde­räten und zwei nicht anwesenden Gemeinde­rät*innen.
      Bericht: Badische Zeitung vom 10.05.2017: Anwohner kritisieren Planentwurf
      Bericht: Oberbadisches Volksblatt vom 10.05.2017: Reiter­hof will umziehen

 

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