Ein­lei­tung

In mei­nen Un­ter­richt an ei­ner Ge­wer­be­schu­le kom­men Schü­ler erst, wenn sie rund 10 Jah­re Schu­le hin­ter sich ha­ben und ei­ni­ge Er­fah­rung im Ta­fel Put­zen ha­ben soll­ten. Das En­de ih­res Grö­ßen­wachstums ist meist er­reicht, aber die neu ge­won­ne­ne Grö­ße ist in ih­rem Ver­hal­ten noch nicht vollstän­dig um­ge­setzt.

Wenn der Ta­fel­dienst zur Ta­fel / Tat schrei­tet, zei­gen sich die übli­chen Cha­rak­te­re: Die ei­nen ver­su­chen, die Ta­fel or­dent­lich sau­ber zu ma­chen, die an­de­ren mei­nen, ei­ne Ta­fel sei ge­putzt, wenn die letz­te Schrift nicht mehr les­bar ist. Man­che pro­du­zie­ren Stau­blun­gen ver­hei­ßen­de Krei­de­wol­ken, an­de­re fü­gen zur Krei­de wahl­los Was­ser hin­zu und ver­wan­deln den vor­de­ren Be­reich des Klas­sen­zim­mers in ei­ne Schlämm­krei­de­wüste, die man nur im Schut­zan­zug ei­nes Ka­nal­ar­bei­ters be­tre­ten kann. Im schlimmsten Fall rutscht man auf der So­ße aus und be­kommt zum Kalk auch noch Gips hin­zu.

Hat man die neuen al­ten Schü­ler end­lich über­zeugt, dass ei­ne Ta­fel kom­plett, aber do­siert nass ge­macht wer­den muss und da­nach das Was­ser-Kalk-Ge­misch wie­der ent­fernt wer­den muss, zei­gen sie ei­ne Ge­mein­sam­keit: Al­le ver­wen­den Ta­fel­putz­tech­nik­en aus der Grund­schu­le. Sie tra­gen das Was­ser von oben nach un­ten mit dem Schwamm auf und ent­fer­nen es an­schlie­ßend von oben nach un­ten mit dem Scha­ber.

Für ei­nen ABC-Schüt­zen ist das die ein­zi­ge Mög­lich­keit, um auf Ze­hen­spit­zen den obe­ren Rand der Ta­fel zu er­rei­chen. Aber für den durch­schnitt­lich ge­wach­se­nen Ge­wer­be­schü­ler über­wie­gen die Nach­tei­le: Un­ter dem Schwamm oder Wi­scher stellt sie/er sich dem na­tür­li­chen Weg des Was­sers ent­ge­gen und büßt dies spä­testens, wenn das Schmutz­was­ser in den Är­mel fließt.

Schluss­fol­ge­run­gen aus die­ser Tat­sa­che zieht kaum ei­ner, Kol­le­gen nicht aus­ge­nom­men. Des­halb tue ich dies hier­mit. Es folgt ei­ne An­lei­tung, wie ei­ne Ta­fel schnell und sau­ber ge­putzt wer­den kann. Für den prak­ti­schen Ge­brauch ma­chen lan­ge Er­klä­run­gen kei­nen Sinn, des­halb be­gin­ne ich mit der Kurz­fas­sung:

  • Gan­ze Ta­fel nass ma­chen
  • Gan­ze Ta­fel ab­zie­hen
  • Auf­räu­men

An­lei­tung

Die Ar­beits­schrit­te:

  1. Krei­de aus der Ta­fel­rin­ne ent­fer­nen,
    da­mit sie nicht nass wird.
     
  2. Schwamm nass ma­chen.
    Viel Was­ser hilft beim Put­zen, aber zu viel Was­ser tropft aus dem Schwamm her­aus, muss an­schlie­ßend weg­ge­wischt wer­den und kostet Zeit. Al­te Schwäm­me sind bes­ser geeig­net, weil neue Schwäm­me nicht so viel Was­ser hal­ten kön­nen.
    Selbst­ver­ständ­lich nimmt man kal­tes Was­ser, um Ener­gie zu spa­ren. Wer friert, soll schnel­ler wi­schen: -)
     
  3. Gan­ze Ta­fel mit dem nas­sen Schwamm wi­schen.
    Man wischt im­mer die gan­ze Ta­fel, da­mit sich ein ein­heit­lich sau­be­res Bild er­gibt. Wenn der Schwamm nicht mehr ge­nü­gend Was­ser ab­gibt, kann er ein­mal (! ) ge­dreht wer­den. Mehr­mals dre­hen scha­det, weil dann nicht fri­sches Was­ser, son­dern al­te Krei­de auf die Ta­fel ge­bracht wird.
    Die beste Vor­ge­hens­wei­se ist im­mer sys­te­ma­tisch und hängt von der Ta­fel und der Kör­per­grö­ße des Putz­dienstes ab.

    Hier ei­ne Aus­wahl:

    Ta­fel put­zen für Klei­ne
    Skizze eines Tafelputzverfahrens
    ist das Stan­dard­ver­fah­ren in deut­schen Klas­sen­zim­mern.
    Lei­der tropft das Was­ser ger­ne nach un­ten und muss spä­ter auf­ge­wischt wer­den. Noch mehr Zeit geht durch den Leer­hub ver­lo­ren (gestri­chel­te Li­nie).
    Ta­fel put­zen für Gro­ße
    Skizze eines Tafelputzverfahrens
    ist mein per­sön­li­ches Ver­fah­ren.
    • Der lan­ge Zug a wischt den obe­ren Be­reich, der im fol­gen­den Schritt nicht zu­ver­läs­sig er­reicht wird.
    • Schei­ben­wi­scher-Be­we­gun­gen b aus dem Schul­ter­ge­lenk:
      • Da bei die­ser Be­we­gung der Schwamm stän­dig sei­ne Aus­rich­tung än­dert, läuft das Was­ser eher in ihm hin und her als aus ihm her­aus.
      • Kreis­för­mi­ge Be­we­gun­gen sind für die men­schli­che Me­cha­nik bes­ser geeig­net als li­nea­re, des­halb kann man schnel­ler ar­bei­ten, so­gar bis die Zen­tri­fu­gal­kräf­te das Was­ser aus dem Schwamm trei­ben : -(
        Ich ste­he da­bei fast mit dem Rü­cken zur Ta­fel und lau­fe lang­sam rück­wärts, aber es geht auch um­ge­kehrt.
      • Der feh­len­de Leer­hub bringt den größ­ten Zeit­ge­winn.
    Ta­fel put­zen für Mit­tle­re
    Hier steht eine Skizze eines Tafelputzverfahrens
    ist ein Vor­schlag für kür­ze­re Zeit­ge­nos­sen.
  4. Ab­zie­hen der Ta­fel.
    Foto eines Wischers mit weicher Lippe
    Wi­scher mit wei­cher Lip­pe

    Da der Schwamm zwar Was­ser auf­trägt, aber nicht al­le Krei­de mit­nimmt, muss man das ver­blei­ben­de Krei­de-Was­ser-Ge­misch mit ei­nem Scha­ber ab­strei­fen oder mit ei­nem Lap­pen auf­neh­men. Es ge­nügt nicht, die Ta­fel troc­knen zu las­sen, weil sonst Krei­de zu­rück­bleibt und Schlie­ren bil­det.
    Am besten eig­net sich ein Fenster­wi­scher mit ei­ner wei­chen Lip­pe, die sich den Ta­fe­lu­ne­ben­hei­ten an­pas­sen kann. Har­te Lip­pen sind nur für ebe­ne Flä­chen geeig­net, die Ta­feln im Schu­lall­tag meist schnell ver­lie­ren.

    Mög­li­che Ver­fah­ren:

    Ta­fel ab­strei­fen für Klei­ne
    Hier steht eine Skizze eines Tafelputzverfahrens
    Be­wer­tung sie­he oben: Das Was­ser läuft dort­hin, wo schon der Ta­fel­dienst steht.
    Ta­fel ab­strei­fen für Gro­ße
    Skizze eines Tafelputzverfahrensist wie­de­rum mein per­sön­li­ches Ver­fah­ren.

    Man hält mit ei­ner Hand den Wi­scher leicht schräg an die Ta­fel, dar­un­ter mit der an­de­ren Hand den Schwamm, da­mit er das ab­lau­fen­de Schmutz­was­ser auf­fängt, und läuft so vor der Ta­fel hin und her. Wenn man et­was Übung hat, geht das schnell und oh­ne Tropf­was­ser.
  5. Rin­ne mit dem Schwamm rei­ni­gen.
     
  6. Schwamm im Wasch­be­cken spü­len und aus­quet­schen.
     
  7. Falls doch et­was da­ne­ben ging, muss auch der Bo­den mit ei­nem sau­be­ren Schwamm ge­rei­nigt wer­den.
     
  8. Schwamm und Wi­scher ver­sor­gen.

Be­glei­tung

Ab­lei­tung

Wenn jetzt je­mand fragt, ob ich sonst nichts bes­se­res zu tun ha­be, dem kann ich nur an­twor­ten: Lasst mir doch auch mei­nen Spaß!

Übri­gens: Un­se­re Putz­frauen kön­nen es noch bes­ser - aber nicht so schnell!