Zweck

Nach Klas­sen­ar­bei­ten sind Schü­ler sehr da­ran in­te­res­siert, ih­re No­ten so schnell wie mög­lich zu er­fah­ren, wäh­rend ich nicht da­ran in­te­res­siert bin, von No­ten wis­sen wol­len­den Schü­lern in Pau­sen be­la­gert oder mit E-Mails bom­bar­diert zu wer­den. Au­ßer­dem will ich nicht noch mehr Ar­beit, als Klas­sen­ar­bei­ten so­wie­so schon ma­chen. Mei­ne Lö­sung ist es, die No­ten auf mei­ner Web­sei­te zu ver­öf­fent­li­chen.

Ver­fah­ren

Auf dem Deck­blatt je­der Klas­sen­ar­beit be­fin­det sich un­ter dem Na­mens­feld für den Schü­ler zu­sätz­lich das Feld "P­seu­do­nym". Wenn der Schü­ler dort ein be­lie­bi­ges Wort ein­trägt, drückt er sei­nen Wunsch und sein Ein­ver­ständ­nis aus, dass die­se ei­ne sei­ner No­ten un­ter die­sem Pseu­do­nym im In­ter­net ver­öf­fent­licht wer­den soll und darf.

Nach der Kor­rek­tur der Klas­sen­ar­beit durch­blät­te­re ich noch­mals al­le Deck­blät­ter, auf de­nen ich die No­ten ver­mer­ke, und tip­pe Pseu­do­ny­me und No­ten in ein HTML-Do­ku­ment ein. Wenn das Blatt ein­mal an­ge­legt ist und al­le Te­le­fon-Lei­tun­gen frei sind (Nach­trag 2018: Mo­dem und ISDN, kennt das noch je­mand? ;-), ste­hen die No­ten spä­testens 10 Mi­nu­ten nach Ab­schluss der Kor­rek­tur im In­ter­net.

Wei­te­re Listen füh­re ich nicht. Mit der Rück­ga­be der Klas­sen­ar­beit ha­be ich kei­nen Be­zug mehr zwi­schen Pseu­do­nym und Schü­ler. Bei der nächsten Klas­sen­ar­beit kann je­der Schü­ler neu ent­schei­den, ob und un­ter wel­chem Pseu­do­nym sei­ne No­te ins In­ter­net kommt.

Ein­zel­ne Aspek­te

  • Auf die Idee zur ver­schlüs­sel­ten Ver­öf­fent­li­chung von No­ten brach­te mich die Pra­xis von Un­iver­si­tä­ten, No­ten un­ter der Ma­tri­kel­num­mer aus­zu­hän­gen.
  • Al­ler­dings sind an Un­iver­si­tä­ten die An­sich­ten über das Ver­öf­fent­li­chen von No­ten im In­ter­net un­ein­heit­lich. Das wich­tigste prak­ti­sche Ar­gu­ment ist, dass durch elek­tro­ni­sche Aus­wer­tung meh­re­rer No­ten­listen die Ma­tri­kel­num­mern viel leich­ter den Stu­die­ren­den zu­geord­net wer­den könn­ten als dies bei pa­pie­re­nen Listen mög­lich wä­re. In mei­nem Kon­zept kann dies ein Schü­ler durch wech­seln­de Pseu­do­ny­me ver­mei­den.
  • Die Schü­ler bestim­men selbst, ob die No­ten ins In­ter­net dür­fen, und sie bestim­men auch den Grad der Ver­schlüs­se­lung, z.B. durch wech­seln­de Pseu­do­ny­me.
  • Schü­ler, die kei­nen ei­ge­nen In­ter­net­zu­gang ha­ben, kön­nen den der Schu­le be­nut­zen. Wenn auch das nicht mög­lich ist, kön­nen die Schü­ler or­ga­ni­sie­ren, dass ei­ner von ih­nen ei­ne Liste aus­druckt und mit­bringt (Team­ar­beit).
  • Der zu­sätz­li­che Auf­wand für den Leh­rer wird durch un­gestör­te­re Pau­sen aus­ge­gli­chen - wenn die Ho­me­pa­ge vor­han­den ist und wenn man wei­te­re An­fra­gen nach No­ten ("ich ha­be ver­ges­sen, ein Pseu­do­nym an­zu­ge­ben.. ") ig­no­riert.
  • Wenn mir ein Pseu­do­nym nicht ge­fällt ("Cop­kil­ler".. ), ver­öf­fent­li­che ich es ein­fach nicht. Der Schü­ler er­fährt sei­ne No­te dann ganz nor­mal in der nächsten Un­ter­richts­stun­de.
  • Übri­gens: Wenn der Schü­ler ein aus­ge­fal­le­nes Pseu­do­nym ver­wen­det, kann er sei­ne No­te per Such­ma­schi­ne auf­ru­fen (al­ler­dings mit ein paar Ta­gen Ver­zö­ge­rung).




Wem der Text in man­chen Pas­sa­gen selt­sam vor­kommt: Ich ha­be ihn et­wa im Jahr 2001 ge­schrie­ben ;-)