Ukraine / Україна / Ukraine

Donezk / Донецьк / Donetsk

Koordinate: 48°01' N 37°48' O

Russland / Россия / Russia

Die folgenden Bilder stammen aus den heutigen Südrussland, das weit außerhalb des ursprünglichen russischen Siedlungsgebietes liegt.

Die Küsten des Schwarzen und des Asowschen Meeres haben Russen erst erobert, nachdem sich die Herrscher des kleinen Moskauer Fürstentums innerrussisch durchgesetzt hatten und neue Ziele für ihre Expansion suchten.
Odessa in der heutigen Ukraine war osmanisch, bevor es 1789 von den Russen erobert und 1794 auf Befehl von Katharina der Großen zur Festung ausgebaut wurde. Taganrog am Asowschen Meer wurde schon 1698 unter Peter dem Großen eingenommen und zur Festung ausgebaut, war aber 1712 - 1769 wieder von den Osmanen besetzt. Die Stadt Rostow am Don wurde 1761 gegründet und Tor zum Kaukasus genannt.
Die Eroberung des Kaukasus durch das russische Reich begann 1763 mit dem Bau der Festung Mosdok auf tscherkessischem Gebiet und endete 1864 mit einer Siegesparade in Krasnaja Poljana und der Vertreibung von hunderttausenden Tscherkessen ins Exil. Genau 150 Jahre später finden dort die olympischen Winterspiele 2014 statt.
Die große orthodoxe Kirche von Sotschi, die man 2014 in jeder Olympiareportage sah, ist unmittelbar nach dieser Verteibung entstanden. Auch die Kosaken, die heute in den nördlichen Ausläufern des Kaukasus leben und nach dem Flüssen Kuban und Terek be­zeich­net werden, wurden erst im Kaukasuskrieg aus militärischen Gründen angesiedelt (Stichwort: Kosakenlinie)
Wer mehr über die Natur der russischen Kriegsführung im Kaukasus erfahren möchte, dem sei das Buch Hadschi Murat von Leo Tolstoi empfohlen. Ein anderer Hinweis ist, dass manche Historiker den Ortsnamen Krasnaja Poljana (= rotes Feld) auf die Schlachten zurückführen, die dort zwi­schen Russen und Tscherkessen geschlagen wurden.

Wenn man heute von den kaukasischen Regionen Dagestan, Ossetien, Abchasien, Tschetschenien usw. hört, erinnert man sich an die Aufstände und die wiederum blutigen Kriege nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und befürchtet Anschläge bei den olympischen Winterspielen 2014 und der Fußball-WM 2018. Und tatsächlich erfolgen gerade Anschläge, zwar (noch; Dezember 2013) nicht im extrem überwachten Sotschi, aber in anderen russischen Städten wie in Wolgograd. Dabei nennt die Berichterstattung "islamistische" Hintergründe, aber diese Erklärung ist stark vereinfacht. Wohl mögen islamistische Kreise ihre Hand im Spiel haben, aber der Nährboden, den die russische Politik und die orthodoxe Kirche legen, leistet auch seinen Beitrag...

Denkmal zur Eroberung von Taganrog 1698
Denkmal zur Eroberung von Taganrog 1698 unter Peter dem Großen
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Statue des General Jermolov, dem Schlächter des Kaukasus
Denkmal für General Alexej Petroviv Jermolov
Piatigorsk 2012, Bild ..

Die Einsätze von Alexej Petroviv Jermolov geben einen 'hübschen' Einblick in die russische Geschichte:
1794 Teilnahme an der Niederschlagung des polnischen Aufstandes in Warschau; ab 1796 persischer Krieg am kaspischen Meer; ab 1799 Verbannung; 1805 Austerlitz; 1812 Smolensk, Borodino und Beresina; 1814 Paris; ab 1817 Gouverneur und Oberbefehlshaber in den transkaukasischen Provinzen; ab 1827 in Ungnade gefallen.
Jermolov findet man bei Puschkin, Lermontov und Schukowski wieder, [1] seine tschetschenischen Gegner nannten ihn Schlächter des Kaukasus [2].

Infos:
[1] Alexej Petroviv Jermolov bei Wikipedia
[2] Manfred Quiring: Der vergessene Völkermord; Christoph Links Verlag 2013; Seite 203
[3] Michail Lermontov: Der Held unserer Zeit; Carl Schultze's Buchdruckerei 1852, freies E-Buch bei Gutenberg.org

Sotschi / Сочи / Sochi

Koordinate: 43°35' N 39°43' O

Sotschi

Der Tscherkessen, die den nordwestlichen Kaukasus besiedelt hatten, erfuhren eine derart blutige Niederlage, dass manche Quellen den Ortsnamen des Schlachtfeld auf dieses Ereignis zurückführen: rotes Feld = Krasnaja Poljana ist der Skiort der olympischen Spiele 2014. Nach der Niederlage wurden die moslemischen Tscherkessen zu hunderttausenden ins Exil in die Türkei getrieben und unter anderem Sotschi aufgeben, das eine ihrer Hauptstädte war.
Die große orthodoxe Kirche von Sotschi, die man zur Zeit in jeder Olympiareportage sieht, ist unmittelbar nach dieser Verteibung entstanden. Auch die Kosaken, die heute in den nördlichen Ausläufern des Kaukasus leben und nach dem Flüssen Kuban und Terek be­zeich­net werden, wurden erst im Kaukasuskrieg aus militärischen Gründen angesiedelt (Stichwort: Kosakenlinie)

Schriftzug Sotschi
Schriftzug Sotschi / Сочи / Sochi
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Sotschi 2012
Staffelübergabe von den olympischen Sommerspielen 2012 in London zu den Winterspielen 2014 in Sotschi
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Sotschi 2012
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Sotschi 2012
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Sotschi 2012
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Krasnaja Poljana, Красная Поляна, Krasnaya Polyana

Koordinate: 43°40' N 40°12' O

In Krasnaja Poljana fand am 21. Mai 1864 die Siegesparade der russischen Truppen statt, mit der die Eroberung der Kaukasus offiziell ab­geschlossen wurde. Im Jahr der Winterspiele jährt sich die Parade zum 150. Mal.

Krasnaja Poljana 2012
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Krasnaja Poljana 2012
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Krasnaja Poljana 2012
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Die Biathlon-Strecke von Krasnaja Poljana im Sommer 2012
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Krasnaja Poljana 2012
Krasnaja Poljana 2012: Ein paar Lifte funktionieren schon ..
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Krasnaja Poljana 2012
.. führen aber gelegentlich ins Nichts. Krasnaja Poljana 2012
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Krasnaja Poljana 2012
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Kosaken

Das Kosakentum entstand etwa im 14. oder 15. Jhd. am unteren Dnjpr (Saporoger Kosaken) und unteren Don (Don-Kosaken, Kuban-Kosaken) im Niemandsland zwi­schen dem polnisch-litauischen Reich, dem russischen Reich und den Tataren im Gebiet der heutigen südlichen Ukraine und Südrusslands. Das Gebiet war ständig durch Tatarenüberfälle gefährdet, sodass die wenigen Bewohner nur in be­festigten Siedlungen leben konnten. Allmählich erwarben die Bewohner militärische Kenntnisse und die kosakischen Strukturen gewählter Anführer (Hetmane, Atamane..) und dienten den umliegenden Herrschern als Soldaten. Die Bevölkerung wuchs auch durch Flüchtlinge aus den umliegenden Gebieten, deshalb sind Kosaken ethnisch keineswegs einheitlich. Ursprünglich waren sie auch religiös tolerant, aber nach einem Zerwürfnis mit den polnisch-litauischen Herrschern wurden Katholiken verhasst und die Kosaken orthodox. Anfangs lebten Kosaken von der Ausbeutung der Steppe, später von der Landwirtschaft, immer ergänzt durch Plünderungszüge in die angrenzenden Gebiete und auf Booten über das Schwarze Meer.

Nachdem die ursprünglichen Kosakengebiete von den russsischen Zaren erobert wurden, behielten die Kosaken eine gewisse Autonomie im Tausch gegen die Wehrpflicht für die Zaren. Ihre Autonomie bedeutete ua., dass Kosaken immer freie Bauern mit Landbesitz waren im Gegensatz zu den leibeigenen russischen Bauern. Diese Freiheiten verteidigten die Kosaken immer auch gegen die Zaren, zur Not mit Aufständen, aber ansonsten dienten sie den Zaren treu und eroberten für Russland ganz Sibirien einschließlich Alaskas und die südkaukasischen Gebiete und kamen im Zuge der Napoleonischen Kriege bis Hamburg und Paris.

Innerhalb des russischen Reiches waren Kosaken ein Herrschaftsinstrument der Zaren nicht nur gegenüber den eroberten Völkern (Polen, Finnland, Baltikum, Kaukasus ..), sondern auch gegenüber der russischen Bevölkerung (Denken Sie an die Szene im Film "Dr. Schiwago", in der demonstrierende Menschen in St. Petersburg von Kosaken niedergesäbelt wurde). Dies und ihr relativer Wohlstand machte die Kosaken nicht gerade zu natürlichen Verbündeten der Bolschewiki, dazu kam noch das Verhalten der Kosaken im Bürgerkrieg. Mangels zentraler Herrschaft handelten Kosaken nie einheitlich und taktierten teilweise sehr unglücklich. So kämpften große Teile der Don-Kosaken anfänglich mit den roten Truppen der Bolschewiki, wandten sich dann aber den weißen Truppen zu, kurz bevor diese den Bürgerkrieg verloren. Damit rückten die Kosaken weit nach oben auf die Liste der Feinde der neuen Sowjetmacht und wurden unter Stalin systematisch unterdrückt, enteignet, deportiert und ermordet. Die Kampagne gegen so genannte "Kulaken", die in den von Stalin inszenierten Hungersnöten 1932/33 bis zu 14 Mio. Menschen das Leben kostete, richtete sich auch gegen die Kosaken.

Im zweiten Weltkrieg trugen die Kosaken in der Roten Armee dazu bei, dass ihre systematische Verfolgung beendet wurde. Ab etwa 1990 wurden Kosaken rehabilitiert und stellen heute wieder eigene Verbände in der russischen Armee.

Albanien / Shqipëria / Albania

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