Warum Linux?

Die aktuellen Lehrpläne verlangen immer mehr Unterricht mit und am Computer. Demzufolge werden die Schulen von den Schulträgern unter großem Aufwand mit der nötigen Hard- und Software ausgerüstet - es ist aber nicht möglich, auch die Schüler entsprechend auszurüsten. Die Übungsphasen im Unterricht alleine genügen aber nicht, Schüler müssen auch außerhalb der Unterrichtszeit am Computer üben können. Deshalb gibt es zwei parallele Entwicklungen:

  1. Schulen gewähren den Schülern außerhalb des Unterrichtes Zutritt zu den Computerräumen. Das Verfahren ist richtig, aber oft nicht ausreichend.
  2. Deshalb kaufen viele Schüler bzw. ihre Eltern private Computer und haben so Kosten von 1000 Euro und mehr (Lehrmittelfreiheit?, soziale Gerechtigkeit?). Die meisten Schüler "beschaffen" sich auch die Software, die an der Schule verwendet wird.
    es wäre aber blauäugig anzunehmen, dass sie für ein Office-Paket ohne Betriebs­system mehrere 100 Euro bezahlen. Letztendlich heißt das, dass viele Schüler Software ohne Lizenz, d.h. illegal verwenden.

Es wäre aber gar nicht nötig, dass an Schulen mit teurer Software gearbeitet wird, denn Schulen machen Grundlagenausbildung und das geht mit jedem guten Programmpaket. Es muss also nicht der Marktführer sein, Software mit vergleichbarer Leistungsfähigkeit gibt es wesentlich billiger. Eine Linux-Distribution enthält Betriebs­systeme, Office-Paket, Datenbank, Präsentations­programm, Browser, Web-Paket usw. und kostet weniger als 50 Euro.

Ich möchte als Lehrer deshalb mit Linux & Co (= legal kostenarme Software) arbeiten, damit ich diese Erfahrungen weiter geben kann.
Dazu habe ich zunächst mit dem Officepaket StarOffice in meinem gewohnten Betriebs­system gearbeitet, und erst im zweiten Schritt auch noch auf das Betriebs­system Linux gewech­selt. Mit diesem Verfahren konnte ich ein Problem nach dem anderen angehen.

Grund-Installation von SuSE Linux 8.0 neben WinNT

meine Rechner

System 1: Auf meinem Rechner war Windows NT (WinNT) auf der ersten Partition (ca. 8GB NTFS) der ein­zigen IDE-Festplatte als ein­ziges Betriebs­system installiert. Linux sollte als zweites Betriebs­system im unpartitionierten Bereich (ca. 30 GB) derselben Festplatte installiert werden. Das CD-ROM-Laufwerk, die Daten-Festplatte und andere Geräte sind bei mir SCSI-Geräte.

System 2: Der 2. Rechner war von der Stange gekauft: Scaleo AXP28 256MB von Fujitsu-Siemens mit: Prozessor AMD Athlon XP 2800+ L2/512KB; Grafikkarte ATI Radeon9200 AGP8x128MB ViVo; IDE-Brenner und -DVD-Laufwerk; vorinstalliertem WinXP. Nachgerüstet wurde nur zusätzlicher Speicher und eine WinTV PCI mit 848/878-Chip von Hauppauge.

gelöste Probleme

Installation von der CD-ROM ist nicht möglich

WinNT wird nach der Installation von Linux nicht gefunden

Drucker, Scanner usw. werden problemlos mit Yast (dem Setup-Tool von Suse) installiert

Fazit

Grundsätzlich installiere ich zuerst die M$-Betriebs­systeme zuerst und dann nachträglich Linux. So kann man die kleinen Schikanen aus Redmond gegen Linux umgehen und man bekommt den Bootmanager von Linux automatisch. Ich verwende für jedes Betriebs­system eine eigene Partition und für die Daten eine weitere. Noch lieber sind mir zusätzliche Festplatten, aber bei der heutigen Größe von Festplatten wäre das übertrienen.

System 1

Die Grundinstallation funktioniert ohne größere Probleme. Wegen der SCSI-CD-Laufwerkes, die ich nicht zum Booten brachte, musste ich zunächst Boot-Disketten anfertigen (siehe unten), aber dieses Problem habe ich mit jedem Betriebs­system. Wenn Probleme auftreten, können diese nach meiner Erfahrung schnell gelöst werden - wenn man weiß, wie es geht, und nicht auf die Handbücher angewiesen ist.

System 2

Im Prinzip war die Installation sehr einfach: Linux-DVD booten und machen lassen. Das Modem wurde zwar nicht erkannt, war aber schnell ergänzt. Die Onboard-Soundkarte wird zwar gefunden, funktioniert aber unter SuSE Linux 9.0 nicht. Dieser Mangel des Rechners wird mittlerweile auch in Fachzeitschriften bestätigt..
Ein Problem war die Partitionierung: Linux konnte die Partitionen, die ich von Windows XP erstellen ließ, nicht mounten. Bei der Partition mit Windows XP war das kein Problem, aber auf die Daten-Partition sollte man schon Zugriff haben. Erst als ich die Daten-Partition mit Partition Magic 8.0 gelöscht und neu eingerichtet habe, wurde sie von Linux anstandslos gemounted.

Allgemein

Die Grundinstallation von SuSE 8.0 erfolgt recht komfort­abel. Denn die Handbücher sind m.E. ziemlich konfus und haben meine Installation unnötig ausgebremst. Das "Beste" war, dass ich mich schon Stunden mit der Kommandozeilensprache des Referenzhandbuches beschäftigte bis ich nur durch Probieren bemerkte, dass Yast (das Setup-Tool von Suse) mein Problem mit dem verschwundenen WinNT in wenigen Mauseklicken beheben konnte.

Aber Käufer der Personal-Edition wird das nicht stören, denn dort liegt das Referenzhandbuch nicht bei;-)

Als zusätzliche Literatur hat mir geholfen:
Michael Kofler: Linux; Addison-Wesley Verlag, München, 2001

Befehlszeilenorientiertes Arbeiten in der Konsole

Linux ist ursprünglich eine Sammlung befehlszeilenorientierter Programme, wie es auch MS-DOS war (ist).. Die grafischen Benutzeroberflächen, in denen man nur bunte Icons anklicken muss, wurden erst später darüber gesetzt. D.h., unter der Oberfläche arbeiten die ursprünglichen Programme, nur ihre Handhabung wurde erleichtert.
Die Arbeit mit Befehlszeilen in der Konsole ist natürlich schwieriger, weil man die Befehle kennen muss. Aber sie hat den Vorteil, dass man viele Komponenten bis ins Detail beeinflussen kann und auch Funk­tionen nutzen kann, für die es noch keinen grafischen Aufsatz gibt.

Für einige Arbeiten ist es zweckmäßig, wenn man die Grundfunktionen der Konsole kennt. Wer schon mit DOS gearbeitet hat, wird sich zurecht finden, auch wenn einige Befehle anders lauten.

Die Konsole startet man mit...
Beispiele für Befehle sind:

cd name wech­selt in das Unterverzeichnis name (change directory)
cd.. wech­selt eine Verzeichnisebene hoch (mit Lücke zwi­schen cd und..)
cd --help gibt Hilfe zum Befehl cd
ls -l listet die Dateien im Verzeichnis auf. Der Schalter -l bewirkt, das auch Unterverzeichnisse gelistet werden.
xmms /dev/sr0 ruft das Programm XMMS auf und weist ihm das CD-Laufwerk sr0 zu. Das Programm XMMS kann Audio-Dateien abspielen.
dmesg gibt viele Informationen über das System, z.B. wie welche Festplatte be­zeich­net ist.
fdisk -l zeigt Partitionen an.

Dies soll keine aus­führ­liche Beschreibung sein. Befehle, die man im Folgenden braucht, sind unten nochmals aufgeführt.

Mounten

Eine für Windioten (so wie mich..) ungewohnte Eigenheit von Linux ist, dass Laufwerke, Festplatten usw. einzeln an- und abgemeldet werden müssen. Man nennt dies Mounten bzw. Umounten.

Laufwerke: Eine neu eingelegte CD wird erst gefunden, wenn sie gemounted ist, und man kann sie erst wieder entnehmen, wenn sie wieder umounted ist. Für CD-Laufwerke richtet Linux Icons auf dem Desktop ein, die zum Mounten bzw. Umounten nur angeklickt werden müssen.

Festplatten: Für Festplatten gilt prinzipiell dasselbe, aber es gibt keine Icons. Einmalig kann man eine Festplatte in der Befehlskonsole mounten, z.B. mit dem Befehl
mount -t vfat /dev/hda5 /root/daten
-t vfat gibt hier an, dass es sich um eine FAT-formatierte Partition handelt.
/dev/hda5 gibt an, dass es sich um eine IDE-Festplatte ( hd ) handelt, und zwar die erste ( hda ), darauf wiederum die 5. Partition ( hda5 ). Scheinbar ist es nicht wirklich die 5. Partition, sondern die Partition, die als 5. eingerichtet wurde. Das kann sich verschieben, wenn wie in meinem Fall Partitionen zwi­schenzeitlich wieder gelöscht wurden.
/root/daten ist der sogenannte Mountpunkt. Dort erscheint die Partition in der Verzeichnisstruktur. Der Mountpunkt muss vorher erzeugt werden.

Es ist natürlich lästig, eine immer wieder benötigte Partition jedesmal manuell zu mounten. Man kann dies automatisieren, indem man die Partition in die Datei /etc/fstab einträgt.
Öffnen Sie die Datei mit einem Editor, und ergänzen Sie die Zeile
/dev/hda5 /root/Daten vfat default 0 0
Diese Zeile passt zum obigen Beispiel und muss an Ihre Vehältnisse angepasst werden.

Internetanschluss

Ein Internetanschluss erleichtert die Arbeit mit Linux erheblich, weil sich schon viele Anwender die Mühe gemacht haben, die Lösung von Problemen zu beschreiben. Oft hilft das Googeln der Fehler­meldung.

Anschluss eines Modems Elsa Microlink 56k Fun

Das Modem Elsa Microlink 56k Fun wird von SuSE 8.0 nicht automatisch erkannt. Man kann es aber mit den folgenden Einstellungen zum Laufen bringen:

  • Yast2 - Netzwerk/Basis - Modem einrichten - (automatische Suche) - unbekanntes AT-Modem wählen
  • Modemparameter
    • Gerät: /dev/ttyS0
      es handelt sich um die Linux-übliche Adresse des seriellen Ports 1. Adressen wie diese kann man finden, indem man z.B. "dmesg" in der Konsole (Befehlszeile) eingibt.
    • Wählmodus: Tonwahl
  • Details zu den Modemparametern
    • Baudrate:38400 B/s
    • Init1: AT&F
    • Init2: AT Q0 V1 E1 S0=0 &C1 &D2 +Fclass=0
    • Init3:
  • Internet Service Provider (ISP) wählen
    • Hier wählen Sie Ihren Provider aus einer Liste aus. Benutzername und Passwort müssen Sie zusätzlich eingeben.

Icon Internetverbindung bei KDE3

Die Verbindung zum Internet wird unter KDE gestartet und geschlossen mit Klick auf den Stecker rechts unten.

kleine Einstellungen

Numlock einstellen

Wer gerne mit dem Zehner-Block auf der Tastatur arbeitet, möchte auch den Numlock eingeschaltet haben. Damit dies beim Booten automatisch geschieht, ändert man bei SuSE 8.0 in der Datei /etc/sysconfig/keyboard den Schalter KBD_Numlock="yes".

Digitalkamera (Nikon Coolpix 2000) am USB-Port auslesen

Die Bilder aus einer Digitalkamera können mit Suse 8.0 ausgelesen werden wie folgt:

  • An der Kamera den USB-Modus "Mass Storage" wählen (Coolpix 2000: Menu - SET-UP - USB - Mass Storage)
  • Beim ersten Mal muss die Kamera schon beim Booten von Linux angeschlossen und eingeschaltet sein, damit sie erkannt wird. Später kann die Kamera nachträglich angeschlossen und eingeschaltet werden.
  • Die Kamera über USB-Kabel anschließen, einschal­ten und warten, bis Linux piepst.
  • Das Desktop-Symbol "Nikon DSC E2000" anklicken, damit die Kamera gemountet (eingebunden) wird. Nach dem Anklicken startet der Konquerer und zeigt die Bilder an.
  • Der Speicher der Kamera ist jetzt als zusätzlicher Speicher in das Linux-System eingebunden, die Bilder können mit dem Dateimanager oder einem Bildbe­ar­bei­tungs­programm ausgelesen werden. Die Adresse an meinem System lautet file:/mnt/camera/dcim/100nikon

Programme kompilieren und installieren am Beispiel des MP3-Encoders LAME

Ausgang für diese Aktion war der Wunsch, meine CDs in MP3-Dateien umzuwandeln. Dazu verspricht das Handbuch von SuSE, dass dies mit KonCD erledigt werden könne (SuSE Linux 8.0 Programme, Seite 100). Diese Aussage ist zwar nicht gerade falsch, aber doch mehrfach problematisch:

  • KonCD kann Musikdateien nicht alleine ins MP3-Format konvertieren, sondern benötigt dazu einen MP3-Encoder. Das gilt auch für andere Programme, die bei der MP3-Erstellung helfen, deshalb ist das Folgende von allgemeinem Interesse.
  • Die verfügbaren MP3-Encoder liegen aus rechtlichen Gründen der SuSE-Distribution nicht bei.
  • Man findet die Encoder zwar leicht im Internet, sie liegen aber als Quelldateien vor, und man muss sie selbst kompilieren und installieren.
  • Die zum Kompilieren und Installieren nötigen Programme liefert SuSE 8.0 zwar mit, installiert sie aber nicht standardmäßig.
  • Als das alles erledigt war, stellte ich fest, dass KonCD die versprochen Arbeit wirklich erledigen kann. Jedenfalls prinzipiell, in der Praxis ist KonCD bei mir ziemlich sensibel.

Eine kurze Internetrecherche ergab, dass Lame und Bladeenc die wichtigsten Encoder für Linux sind. Sie sind Grundlage aller Programme zur Erzeugung von MP3-Dateien. Ich gebe hier keine Downloadadressen an, denn einerseits sind die Programme mit Google leicht zu finden, andererseits scheinen sich die Adressen öfters zu ändern: Unter den Adressen, die im SuSE-Handbuch angegeben waren, sind mittlerweile auch Schmuddelanbieter zu finden.
Nach kurzer Recherche lag mir die Datei lame-3.92.tar.gz vor.

Compiler und andere Programme nachladen

Sie müssen nicht auf die Fehler­meldungen beim Installieren des Programmpaketes warten, sondern sollten die nötigen Werkzeuge vorher installieren. Benötigt werden ein Compiler für die Programmiersprache C (z.B. der Gnu C-Compiler gcc ) und der Befehl Make. Beide können mit Yast2 nachträglich installiert werden, wenn sie nicht schon installiert sind.

  • Yast2 - Software - Software installieren
  • Wählen und installieren Sie:
    • Entwicklung/Programmiersprachen/C und C+ - gcc - Auswählen
    • Entwicklung/Tools/Building/Make
  • usw. - man benötigt die Installations-CDs.

Dekomprimieren (Entpacken) einer Datei

Die Datei lame-3.92.tar.gz muss zunächst entpackt werden, das Verfahren ist auf andere gepackte Dateien übertragbar. Dazu speichert man die Datei an einer geeignete Stelle, z.B. sein Home-Verzeichnis. Dies kann man noch mit dem Konquerer erledigen. Das Entpacken geschieht dann mit Konsolenbefehlen. Die Datei wird in ein neues Unterverzeichnis entpackt, wo dann das entstehende Programmpaket zur weiteren Verarbeitung bereit steht.

Die Schritte im Einzelnen:

  • Kopieren Sie die Datei lame-3.92.tar.gz mit dem Konquerer in Ihr Home-Verzeichnis
  • Wechseln Sie in die Konsole, und entpacken Sie die Datei in ein neues Unterverzeichnis
    tar xzvf lame-3.92.tar.gz
  • Wechseln Sie in das neu entstandene Unterverzeichnis lame-3.92.

Kompilieren und Installieren des Programmpaketes

Beim Kompilieren wird der Quell­text, der noch durch Menschen lesbar sein sollte, in Programmcode übersetzt, der für den Computer optimiert ist. Beim Installieren werden die Programme intern in Linux verteilt, wie sie gebraucht werden. Davon habe ich noch keine Ahnung, aber es hat funktioniert - das neue Programm Lame wurde an­schließend von den anderen Programmen gefunden.
Achten Sie darauf, dass Sie eine System-Konsole mit Root-Rechten benutzen.

Die Schritte im Einzelnen:

  • Wenn es noch nicht geschehen ist, wech­seln Sie jetzt in das Unterverzeichnis mit den entpackten Programmdateien.
  • Lesen Sie die Installations­anleitung Install mit einem Editor, z.B. KEdit:
    kedit install
  • Kompilieren Sie mit dem Befehl
    ./configure
    Der Befehl wird mit Punkt und Schrägstrich geschrieben.
    Wenn kein Compiler installiert ist, kommt jetzt die Fehler­meldung no acceptable cc found in $path. Die Ursache solcher Fehler­meldungen kann man oft im Internet finden, wenn man den Text der Fehler­meldung googlet. Bei Ihnen passiert dies nicht, denn Sie haben den Compiler schon installiert (s.o.).
  • Die Installation beginnt mit dem Befehl
    make
    Wenn der Befehl make nocht nicht installiert ist, folgt die Fehler­meldung bash: make: command not found. Auch dies passiert Ihnen nicht, denn Sie haben auch diesen Befehl schon installiert (s.o.).
  • Die Installation wird beendet mit dem befehl
    make install.

Damit sollte die Installation ab­geschlossen und der MP3-Encoder Lame einsatzbereit sein. Sie können das Programm testen, indem Sie aus der Konsole heraus eine Wav-Datei in eine MP3-Datei konvertieren:

  • lame musikdatei.wav musikdatei.mp3

Man muss aber nicht jede Datei einzeln aus der Konsole heraus konvertieren, sondern Lame steht jetzt auch für andere Programme zur Verfügung, z.B. KonCD:-)).

Bei den letzen Schritten hat mir die Beschreibung von Günther Noack sehr geholfen.
Der Hinweis auf die notwendigen Root-Rechte kommt von Till Friedrich.

Musik-Dateien abspielen und konvertieren

Musikdateien abspielen

Zum Abspielen von Musikdateien ist z.B. das Programm XMMS geeignet, das SuSE8.0 standardmäßig installiert. Leider findet XMMS in meinem System die Audio-CDs nicht selbstständig. Auch das sonst nötige Mounten nach dem Einlegen von CDs bringt nichts, weil eine Audio-CD mangels Dateisystem nicht gemountet werden könne (diese Aussage fand ich in einem Forum, zweifle aber noch).

Die von mir bisher gefunden Lösung ist, XMMS einmalig aus der Konsole zu starten mit dem Befehl
xmms /dev/sr0

Mit dem Zusatz /dev/sr0 weist man XMMS das CD-ROM-Laufwerk zu. Der Zusatz /dev/sr0 gilt für mein System. Die Bezeichnung Ihres CD-ROM-Laufwerkes können Sie z.B. mit dem Befehl dmesg herausfinden.

Leider ist die Konsole jetzt blockiert, so lange XMMS läuft. Aber XMMS merkt sich das Laufwerk bis Linux beendet ist, deshalb kann man XMMS sofort beenden (die Konsole wird frei), und danach ohne Konsole neu starten.

Musikdateien von Audio-CD in MP3-Dateien umwandeln

Dafür ist prinzipiell das Programm KonCD geeignet, wenn vorher ein MP3-Encoder installiert wurde ( s.o. ). In der Praxis scheint das Programm zwar ziemlich sensibel zu sein, aber ich hatte noch keine Zeit, ein anderes zu suchen.

Vor­gehens­weise

  • Audio-CD einmal mit XMMS bei geöffneter Internetanbindung anspielen, dann sucht XMMS die Titel bei www.freedb.?? und speichert sie auf Festplatte. KonCD über­nimmt diese Daten.
  • KonCD starten
    • CD auslesen
    • spätestens jetzt muss die CD eingelegt sein und der Schacht geschlossen sein, sonst stürzt KonCD ab.
    • Ausgabe: Verzeichnis auswählen und MP3 angeben
    • Lese Spuren von CD
    • Gewünschte Tracks markieren
    • Lese Spuren von CD
    • Ausgabe: Verzeichnis und MP3
    • Start

Wie gesagt, theoretisch klappt es, prak­tisch muckt KonCD gerne.
Hier noch ein paar Tricks:

  • Manche Titel ent­halten Schrägstriche, z.B. bei Pink Floyd: Dark Side of the Moon: 01 Speak To Me / Breathe.
    KonCD kann mit diesen Namen nicht umgehen. Aber man kann die Titel mit XMMS - Playlist Editor - Load List umbenennen.

(Fehler-)Meldungen bei Suse Linux 8.0: Installation von CD bzw. DVD klappt nicht.

"Cannot boot from this CD. Please use CD2 or try a BIOS update".
"Please insert a modules disk. You'll find instructions on how to create it in disks/readme on CD1 or DVD."
"I'm module disk 1. I cannot boot.:-("

"Could not find the Suse Linux Installation CD. Activating normal setup program."

Problem

Die Installation von Suse Linux 8.0 erfolgt von einer CD oder einer DVD, die gebootet wird. In meinem System verwende ich ein CD-Laufwerk in SCSI, dass nicht so einfach gefunden wird.

Lösung 1

Stellen Sie das BIOS so ein, dass das Booten von CD-ROM gelingt !

Lösung 2

Suse bietet die Möglich­keit, Bootdisketten zu erstellen, sodass man den Rechner mit Diskette booten kann.
Zu den Bootdisketten benötigt man noch "Modul-Disketten". Die Moduldisketten ent­halten Dateien, die der Linux-Kernel u.U. benötigt, um das CD-ROM-Laufwerk und andere System ansprechen zu können.
es gibt 3 Moduldateien und damit auch 3 Moduldisketten. Man benötigt nicht immer alle 3 Moduldisketten, aber da ein Anfänger nicht weiß, welche er benötigt, sollte er sich alle 3 Disketten anlegen.
Zum Herstellen der Boot- und Moduldisketten unter DOS bzw. Windows stellt Suse das Programm "rawrite.exe" im Verzeichnis dosutils der Installations-CD Nr.1 bereit.

Eine kurze und nicht besonders deutliche Beschreibung findet man auf der Installations-CD Nr.1 unter

  • C/disks/readme.txt in Englisch
  • C/disks/liesmich.txt in Deutsch

"CD" steht hier für den Laufwerksbuchstaben des CD-Laufwerkes.

Zum Anlegen der Boot- und Moduldisketten unter DOS geht man wie folgt vor.

  1. Starten Sie DOS. Unter Windows wählen Sie dazu Start - Programme - Eingabeaufforderung.
  2. Legen Sie die Linux-Installations-CD Nr. 1 ein.
  3. Legen Sie eine leere Diskette in das Diskettenlaufwerk ein.
  4. Tippen Sie im DOS-Fenster den folgenden Befehl ein:
    C/dosutils/rawrite/rawrite.exe ENTER
    Die ENTER-Taste beendet den Befehl.
  5. DOS fragt Sie nun, welche Dateien auf die Diskette geschrieben werden sollen
    Enter source file name:
  6. Tippen Sie die Datenquelle ein
    bootdisk ENTER
  7. Die Bootdiskette wird erstellt.
  8. Zum Erstellen der Modul-Disketten wiederholen Sie die Schritte 3 bis 7 und ändern nur die Datenquellen:
    • modules1
    • modules2
    • modules3
  9. Das DOS-Fenster können Sie verlassen mit dem Befehl
    exit ENTER

Installieren Sie Suse Linux 8.0 mit den Boot- und Modul-Disketten wie folgt

  1. Legen Sie die eben erstellte Bootdiskette ein, und starten Sie Ihren Rechner neu.
  2. Wenn Ihr Rechner nicht mit der Diskette bootet, müssen Sie die Einstellungen im BIOS ändern.
  3. Nach einiger Zeit verlangt der Rechner nach der Moduldiskette 1. Geben Sie sie ihm.
  4. Es erscheint ein Linux-Auswahl-Menu. Wählen Sie Installation.
    • Wenn die weitere Installation nicht gelingt, fehlen noch weitere Kernelmodule. Wiederholen die Schritte ab 1, aber wählen Sie im Schritt 4 Manuelle Installation - Kernel-Module.
    • Wählen Sie je nach Bedarf die (vermutlich) fehlenden Treiber (z.B. SCSI-Treiber), und geben Sie die verlangten Moduldisketten ein.

Nun sollte die Installation gelingen. Viel Erfolg !

Wenn Sie Fehler oder weitere Probleme entdecken, mailen Sie mir bitte.

(Fehler-)Meldungen: Windows NT startet nach der Installation Suse Linux 8.0 nicht mehr.

"NTLDR nicht gefunden".

Problem

Nach der Installation von Suse Linux 8.0 erscheint der Bootmanager LILO und bietet die Auswahl, ob man Linux oder Windows booten möchte. Linux startet einwandfrei, aber wenn man Windows wählt, erscheint die Fehler­meldung "NTLDR nicht gefunden".

Vorgeschichte

Auf meinem Rechner war Windows NT (WinNT) auf der ersten Partition (ca. 8GB NTFS) der ein­zigen IDE-Festplatte als ein­ziges Betriebs­system installiert.
Linux sollte als zweites Betriebs­system auf derselben Festplatte installiert werden. Die Festplatte hatte noch ca. 30 GB unpartitionierten Platz.

Suse Linux 8.0 hat im unpartitionierten Bereich der Festplatte die von ihm benötigten Partitionen erstellt und seinen Bootmanager LILO im MBR (Master Boot Record) der Festplatte installiert.

Nach dem Starten von Linux erscheint LILO und bietet die Auswahl, ob man Linux oder Windows booten möchte. Das Starten von Linux gelingt. Wenn man aber Windows wählt, erscheint die Fehler­meldung "NTLDR nicht gefunden".

Grundlagen

Die Internetrecherche beruhigte mich bald, weil die Meldung "NTLDR nicht gefunden" nicht unbedingt bedeutet, das NTLDR verschwunden ist, sondern dass es an der falschen Stelle gesucht wird.

Die Handbücher von Suse Linux 8.0 glänzen zwar mit gut Informationen zu Grundlagen, aber bietet nur umständliche Lösungen auf Kommandozeilenbasis. Erst durch Ausprobieren fand ich heraus, dass Yast (das Setup-Programm von Suse Linux) komfort­able Möglich­keiten bietet, das Problem zu lösen.

Lösung 2

Suse bietet die Möglich­keit, Bootdisketten zu erstellen, sodass man den Rechner mit Diskette booten kann.
Zu den Bootdisketten benötigt man noch "Modul-Disketten". Die Moduldisketten ent­halten Dateien, die der Linux-Kernel u.U. benötigt, um das CD-ROM-Laufwerk und andere System ansprechen zu können.
es gibt 3 Moduldateien und damit auch 3 Moduldisketten. Man benötigt nicht immer alle 3 Moduldisketten, aber da ein Anfänger nicht weiß, welche er benötigt, sollte er sich alle 3 Disketten anlegen.
Zum Herstellen der Boot- und Moduldisketten unter DOS bzw. Windows stellt Suse das Programm "rawrite.exe" im Verzeichnis dosutils der Installations-CD Nr.1 bereit.

Eine kurze und nicht besonders deutliche Beschreibung findet man auf der Installations-CD Nr.1 unter

  • C/disks/readme.txt in Englisch
  • C/disks/liesmich.txt in Deutsch

"CD" steht hier für den Laufwerksbuchstaben des CD-Laufwerkes.

Zum Anlegen der Boot- und Moduldisketten unter DOS geht man wie folgt vor.

  1. Starten Sie DOS. Unter Windows wählen Sie dazu Start - Programme - Eingabeaufforderung.
  2. Legen Sie die Linux-Installations-CD Nr. 1 ein.
  3. Legen Sie eine leere Diskette in das Diskettenlaufwerk ein.
  4. Tippen Sie im DOS-Fenster den folgenden Befehl ein:
    C/dosutils/rawrite/rawrite.exe ENTER
    Die ENTER-Taste beendet den Befehl.
  5. DOS fragt Sie nun, welche Dateien auf die Diskette geschrieben werden sollen
    Enter source file name:
  6. Tippen Sie die Datenquelle ein
    bootdisk ENTER
  7. Die Bootdiskette wird erstellt.
  8. Zum Erstellen der Modul-Disketten wiederholen Sie die Schritte 3 bis 7 und ändern nur die Datenquellen:
    • modules1
    • modules2
    • modules3
  9. Das DOS-Fenster können Sie verlassen mit dem Befehl
    exit ENTER

Installieren Sie Suse Linux 8.0 mit den Boot- und Modul-Disketten wie folgt

  1. Legen Sie die eben erstellte Bootdiskette ein, und starten Sie Ihren Rechner neu.
  2. Wenn Ihr Rechner nicht mit der Diskette bootet, müssen Sie die Einstellungen im BIOS ändern.
  3. Nach einiger Zeit verlangt der Rechner nach der Moduldiskette 1. Geben Sie sie ihm.
  4. Es erscheint ein Linux-Auswahl-Menu. Wählen Sie Installation.
    • Wenn die weitere Installation nicht gelingt, fehlen noch weitere Kernelmodule. Wiederholen die Schritte ab 1, aber wählen Sie im Schritt 4 Manuelle Installation - Kernel-Module.
    • Wählen Sie je nach Bedarf die (vermutlich) fehlenden Treiber (z.B. SCSI-Treiber), und geben Sie die verlangten Moduldisketten ein.

Nun sollte die Installation gelingen. Viel Erfolg !

Wenn Sie Fehler oder weitere Probleme entdecken, mailen Sie mir bitte.

Erfahrungen mit der Installation von Linux (Suse7.0), StarOffice 5.2 & Co.

1. Voraussetzungen

Wenn man nicht gerade völlig neu anfängt, möchte man wenigstens in der Übergangsphase das gewohnte Betriebs­system beibehalten. Dazu benötigt man ausreichend Festplattenspeicher, was bei den heutigen Festplatten kein Problem mehr ist. Wenn man nur mit einer Festplatte arbeitet, muss diese "partitioniert", das heißt, in mehrere unabhängige Bereiche geteilt werden.

Dann benötigt man Linux, am besten auf CD. Man kann eine Distribution wie Suse im Laden für rund 100,- DM mit Handbuch kaufen, oder man nimmt eine Version, die als Freeware immer wieder einem der Computerzeitschriften beiliegt. Unverzichtbar bleibt allerdings ein Handbuch, da man viele Probleme nicht mit Herumprobieren lösen kann. Bei den Freeware-Versionen liegt das Handbuch zwar meist auf der Diskette vor, aber es wird nicht einfach sein etwas nachzulesen, so lange man am Rechner mit der Installation beschäftigt ist.
Ich installierte Suse Linux 7.0, das ich bei einer Computerzeitschrift fand, und das Handbuch der früheren Version Suse6.4 benutzt, das klappt ganz gut.

Zuletzt benötigt man Software, z.B. StarOffice, mit der man arbeiten kann. Diese liegt aber den üblichen Distributionen und Freeware-CDs bei.

2. Installationen

2.1 Datensicherung

Bevor man größere Änderungen an seiner Software vornimmt, sollte man seine Daten sichern. Sichern heißt, dass man sie auf einen anderen Datenträger kopiert (CD-ROM, Festplatte, ZIP..) und tief im Keller versteckt, wo sie kein unbeabsichtigter Befehl zum Löschen oder Überschreiben erreichen kann.

Ich brenne meine Daten turnusmäßig auf CD und habe sie deshalb anlässlich der Installation von Linux nur nochmals auf eine zweite Festplatte kopiert. Während der Installation habe ich von den Festplatten, die Daten und Programme enthielten, die Spannungsversorgung abgezogen, sodass ver­sehent­liches Löschen nicht möglich war. Dies war aber nur möglich, weil ich für Linux eine eigene Festplatte reserviert hatte.
Eine Sicherung der Programmdaten habe ich nicht vorgenommen, weil ich die Programme im Verlustfall neu installieren könnte - allerdings unter erheblichem Zeitaufwand.

2.2 Partitionen

Wenn man nicht ausschließlich mit Linux arbeiten möchte, benötigt man einen ab­geschlossen Bereich auf den Festplatten. Dazu verwendet man entweder eine eigene Festplatte nur für Linux, oder man muss die Festplatten partitionieren. Solange die Festplatte leer ist, kann man sie mit jedem Installations­programm partitionieren. Schwierig wird es erst, wenn sich auf der Festplatte bereits Daten befinden, die nicht gelöscht werden sollen. Hier sollte man äußerste Vorsicht walten lassen und ggfs. ein spezielles Programm, z.B. Partition Magic ( www.powerquest.com ), verwenden - allerdings ist es für den einmaligen Einsatz doch recht teuer. Ab Version 7.3 der Suse-Distribution soll Linux die Partitionierung selbst durchführen können.

Ich habe eine alte 2GB-Festplatte aus der Grabbelkiste gekramt und für die Erprobung von Linux eingesetzt.

2.3 Start der Installation

Die Installation wird gestartet, wenn man eine Linux-CD in den Rechner legt und diesen einschaltet. Dann bootet der Rechner von der CD-ROM, d.h., der Rechner holt das erste Programm, das er nach seinen internen Start­programmen ausführt, von der CD-ROM. Dieses erste Programm bestimmt dann den weiteren Ablauf. Vorher muss man dem Rechner mitteilen, dass man von CD booten möchte.
Bei den üblichen Rechnern mit IDE-Bus muss man dies im BIOS (CMOS-Setup) einstellen. Dazu schaltet man den Rechner ein und beachtet die Bildschirmanzeige zu Beginn des Startvorganges. Dort kommt eine Meldung wie z.B: "Hit <Ctrl><S> for CMOS Setup" oder "Zum Ändern der Systemeinstellungen <F1> drücken" oder ähnliches. Dann drückt man schnell den angegebenen Tastencode und kommt in das BIOS-Setup des Rechners. Dort muss man bei den Booteinstellung als erste Bootquelle CD-ROM einstellen, z.B. "boot sequence: CD-ROM, C, A".
Achtung: Änderungen im BIOS sind weder schwierig noch ungewöhnlich, aber man kann den Rechner im BIOS ganz schön verbiegen, wenn man nicht aufpasst.

In meinem Rechner mit einem SCSI-System musste ich das BIOS auf "Erste Bootquelle: Wechselmedien" umstellen und in ähnlicher Weise dem SCSI-Controler mitteilen, von welchem der angeschlossenen Geräte gebootet werden sollte. Dazu muss man zu Beginn des Rechnerstartes verfolgen, unter welchen Nummern (0.. 6 und 8 bis 15) die einzelnen SCSI-Geräte geführt werden.

Wenn der Rechner nicht von CD-ROM gebootet werden kann, benötigt man eine Startdiskette, um von Diskettenlaufwerk zu booten. Solche Startdisketten liegen den Distributionen in der Regel bei.

2.4 Hardware-Probleme

Linux ist ein sehr leistungsfähiges Betriebs­system (Handbuch Suse 6.4 ".. hochperformant.."), dass die Hardware stärker aus­nutzt als die Fenster-Betriebs­systeme des Großen Bruders. Umgekehrt stellt Linux aber auch Hardware-Mängel bloß, über die andere Betriebs­systeme oft klaglos hinweg gehen (oder stolpern = scheinbar grundlos abstürzen).

Bei mir hängte sich das Linux-Installations­programm schon bei der Hardware-Erkennung auf. Die Fehlerquellen waren diesmal schnell gefunden, weil ich sie schon länger als Problemursachen in Verdacht hatte:
1. Ein CD-Brenner (Yamaha CRW4416S), der auch in seinen sonstigen Funk­tionen schon erheblich nachgelassen hat und jetzt ausgesondert wird und
2. die Verbindung zum Scanner, die die SCSI-Kette sehr lang gemacht hat.
Nachdem ich die beiden Geräte abgehängt hatte, erfolgte die Hardwareerkennung sehr schnell, allerdings wurde der SCSI-Controler nicht gefunden, obwohl es sich um ein verbreitetes Gerät handelt (Adaptec 2940UW2 mit einem relativ neuen BIOS).

2.5 Probleme der automatischen Erkennung

Linux war früher berüchtig für die komplizierte Installation, aber dies wurde durch die Installationsroutinen moderner Distributionen wesentlich vereinfacht. Bei Suse dienen dazu die Installations­programme Yast1 und Yast2 (Yet another Setup Tool), von denen Yast 2 mehr Entscheidungen über­nimmt und etwa so komfort­abel wie die Installation eines Fenster-Betriebs­systemes ist - wenn Yast2 funktioniert. In meinem Fall musste ich für den SCSI-Controler auf Yast1 umschal­ten, das wesentlich mehr Entscheidungen verlangt als Yast2, dafür aber mehr Möglich­keiten bietet.